facebook
HOME  LABEL COACHING  KONTAKT       d | e

NEWS CAvi-music


ABONNIEREN SIE UNSEREN YOUTUBE CHANNEL    youtube


DINA UGORSKAJA, Klavier  · FRANZ SCHUBERT


„Eine Vergegenwärtigung des Ideals“
Dina Ugorskaja über ihre Begegnungen mit der Musik Franz Schuberts

„Schuberts göttliche Längen begleiten mich mein Leben lang. Die Zeit scheint in dieser Musik manchmal ganz stehen zu bleiben, der Zustand des Verweilens überwiegt alles andere. Der Schmerz, das Unerträgliche, Abgründe, Ausweglosigkeit überfüllen uns.

Wie kann das sein, dass die Auseinandersetzung mit dem Tod, die in seiner Musik so unmittelbar und präsent ist, sich doch auf einmal in einer verfliegenden Vergänglichkeit auflösen kann? Es entsteht ein ungeahntes Glück, Freude, ein kindliches Lachen.

Dieses Kindliche zusammen mit einer beispiellosen Reife macht für mich das Wesen der Musik von Franz Schubert aus. Ich muss dabei an eine Stelle bei Friedrich Schiller denken.. . "
(aus dem Booklettext von Dina Ugorskaja )

VÖ: 11. Oktober 2019


ICMA Nomination 2020
     
   

SCHAGHAJEGH NOSRATI, Klavier  · CHARLES-VALENTIN ALKAN

„Meine Faszination für Alkan begann schon sehr früh“

Schaghajegh Nosrati über ihr Verhältnis zu Charles-Valentin Alkan

„Meine Faszination für den Komponisten Charles Valentin Alkan begann bereits sehr früh. Den Grundstein dafür hat mein Lehrer Rainer M. Klaas gelegt, dessen Neugier und Engagement für selten gespieltes und zu Unrecht vergessenes Repertoire ich nach wie vor als beispiellos und große Inspirationsquelle erachte.

Er trug maßgeblich dazu bei, dass ich in einer Zeit, in der die wenigsten jemals den Namen, geschweige denn die Musik Alkans gehört hatten, bereits viele seiner Werke verinnerlicht und zu schätzen gelernt hatte. Auch mein Bruder Shafagh nahm sich dieses Komponisten an und führte mehrere seiner Werke auf.

Als weitere Inspirationsquelle wäre auch der Pianist Marc-André Hamelin zu nennen, der die Klaviermusik Alkans in einer bis dahin unübertroffenen Qualität aufnahm und zu deren Verbreitung beitrug.

Neben meiner intensiven Beschäftigung mit Bach habe ich daher auch frühzeitig begonnen, Kompositionen von Alkan einzustudieren und aufzuführen………"
(aus dem Booklettext von Schaghajegh Nosrati)


VÖ: 11. Oktober 2019
     
   

Das Label CAvi-music erhält 2019 3 OPUS-KLASSIK Auszeichnungen


ANDRÈ SCHUEN, Bariton & DANIEL HEIDE , Klavier · SCHUBERT · Wanderer


Andrè Schuen: Wir sind diesmal vom Begriff des „Wanderns“ ausgegangen, beziehungsweise von einer „Reise“, einem „Weg“, und haben dann alle möglichen Varianten davon gesucht. Die drei großen Schwerpunkte, die sich dabei ergeben haben, sind zum einen das romantische „Wandern“ an sich, das bei Schubert ja eine sehr wichtige Rolle spielt, z.B. Der Wanderer (Schlegel), zum zweiten der Weg zur Geliebten wie z.B. in Auf der Bruck oder Willkommen und Abschied, und drittens dann noch die Reise ins Jenseits, in den Tod wie in Totengräbers Heimweh oder Im Abendrot. Durch diese drei Schwerpunkte spiegelt sich meiner Meinung nach eine gewisse Zwiespältigkeit im Programm, die bei Schubert allgegenwärtig ist.

Daniel Heide: Die Frage nach den oft langsamen Liedern und den traurigen, sehnsuchtsvollen Inhalten ist letztlich eine der Kernfragen innerhalb des romantischen Kunstliedes: Warum immer so getragen? So traurig? So sehnsuchtsvoll. Wo ist die Heiterkeit? Wo bleibt das Lebensbejahende? ... Wenn man sich die Gesamtheit der Lieder von Schumann, Brahms, Wolf, Mahler, Strauss, Debussy und eben auch Schubert ansieht, stellt manschnell fest, dass der größte Teil langsame, kontemplative, betrachtende Stücke sind. Virtuosität ist dem Lied eigentlich fremd, zumindest die Virtuosität von schnellen Koloraturen oder rauschenden Passagen im Klavier. Das Lied hat den Text, und das eröffnet eine ganz andere (auch musikalische) Welt. Ein großes Gedicht, Verse mit einer starken Botschaft bekommen bei Schubert oft eine wunderbar sinnliche musikalische Einrahmung, in der Sie wirken können. ..
(aus dem  Booklet)



OPUS klassik logo



MARKUS BECKER, Klavier  · NDR Radiophilharmonie·  Joshua Weilerstein, Dirigent

MAX REGER  · Piano Concerto Live Recording·  Piano Pieces

Ein Berg von Klängen

„Mit Regers Klaviermusik beschäftige ich mich schon sehr lange. In den Neunzigerjahren, kurz nach meinem Studium, habe ich sein Gesamtwerk für Klavier solo auf CD eingespielt.

Seitdem spiele ich Reger immer wieder in Konzerten. Auch Kammermusik, also Violin-, Klarinetten- und Cellosonaten, die Stücke für zwei Klaviere, Klaviertrio, Quartette, Lieder. Er hat ja in fast allen Bereichen unheimlich viel komponiert. . .

 In den Proben waren Joshua Weilerstein, die Radiophilharmonie und ich damit beschäftigt, an der Klangbalance zwischen Orchester und Klavier zu arbeiten.. .

Das ist problematisch, aber auch ein großer Reiz: wie schaffen wir es, diesen Berg von Klängen so auszuleuchten, dass ein musikalischer Verlauf hörbar wird? Wo klingt etwas Wichtiges, welche Stimme führt?
Natürlich müssen Orchester und Klavier ab und zu die Muskeln spielen lassen, aber unter der kraftvollen Oberfläche müssen wir immer nach Graustufen und Schattierungen suchen, sonst wird diese Musik zur Qual...“ (Interview mit Markus Becker aus dem Booklet)

OPUS klassik logo



ADAM FISCHER · ANNA LARSSON , Alt · DÜSSELDORFER SYMPHONIKER

Gedanken zur 3. Symphonie Adam Fischer

Das ganze Werk Mahlers ist für mich ein großer Abschied: Ein Abschied von der Vergangenheit und von der Zukunft, denn Mahler hatte große Furcht vor dem Tod. Am Ende der Symphonien gibt es immer wieder Utopien, wie hier im Adagio der Dritten und besonders auch viel später in der Neunten.

Da kommt etwas Neues, aber es bleibt ein Abschluss. Das Neue wird auf jeden Fall nicht mehr in dieser Welt stattfinden. Die dritte Symphonie ist insgesamt eine der reichsten, denn die einzelnen Sätze sind so unterschiedlich, dass sie aus unterschiedlichen Zeiten von Mahler stammen könnten.

Die Dritte hat ihre eigene Welt. Da ist allein schon der erste Satz, der länger ist als die meisten Beethoven-Symphonien. Dann taucht Mahler in die Wunderhorn-Welt, in die Einfachheit, in der sich sein Stil von Schubert inspirieren lässt. Er zitiert sich selbst, macht seine eigene Mythologie. Die gleichen Figuren tauchen, wie in einem Roman, in unterschiedlichsten Geschichten wieder auf. ....

(Auszug von Adam Fischers Anmerkungen )
OPUS klassik logo



     
   

JULIAN STECKEL, Cello  · ZOLTÁN KODÁLY

ANTJE WEITHAAS, Violine, PAUL RIVINIUS , Klavier

ZOLTÁN KODÁLY – seine Werke mit und für Cello

„Das Werk [op. 8] weist keinerlei Ähnlichkeit mit anderen Werken dieser Art auf“, befand Béla Bartók, „die Ideenwelt dieses Werkes von Kodály ist vollkommen neuartig.“

Die Herausforderung, diesen „Achttausender der Celloliteratur“ zu bewältigen, war für den damals 15-jährigen Julian Steckel ein Ansporn, sich erstmals mit der Sonate zu beschäftigen. Zugleich faszinierten ihn aber auch ihre Schönheit und die besondere Tonsprache Kodálys, „auch wenn ich noch nicht genau wusste, was davon ungarisch war, was von Debussy oder aus anderen Quellen kam“.

Seither hat Steckel mit verschiedenen Cellisten, auch mit dem ungarisch-amerikanischen Altmeister Janós Starker, an dem Werk gearbeitet und sich mit dem musikhistorischen Hintergrund auseinandergesetzt – „das Wissen darum, woher eine Musik kommt, verstärkt diese telepathische Beziehung zum Publikum, man spielt einfach überzeugender.“

"Janós Starker etwa legte Wert darauf, „dass alle Anfänge konsonantisch sind, auch die langsamen. Man darf nie ‚säuseln‘. In dieser Musik kommt keine Kantilene aus dem Nichts, man muss immer klar sein, im Ausdruck wie in der Tongebung. Das Rhapsodische darf nicht dazu führen, dass man nur noch frei spielt. Rhythmische Präzision ist sehr wichtig ‑ sonst fischt man im Trüben, die Musik wird zur Gulaschsuppe...“
(aus dem Booklettext)

VÖ: 28. Juni 2019
     
   

ARMIDA QUARTETT · MOZART · Streichquartette Vol. 2


„Das Armida Quartett [hatte] eine außergewöhnliche Probe angesetzt.

Zusammen mit dem Musikwissenschaftler und Henle-Verlagsleiter Wolf-Dieter Seiffert geht das Ensemble im Schnelldurchlauf drei Streichquartette von Mozart durch. Und diesmal kommt es nicht so sehr auf Klangqualität, Spieltemperament und den großen Bogen an, wofür das Armida Quartett bekannt ist, sondern auf die Abstimmung zwischen philologischer Genauigkeit und Spielpraxis. . .

Nicht nur der Verlag profitiert von diesem neuen Modell eines Dialogs zwischen Wissenschaft und Praxis. Martin Funda, dem Primgeiger im Armida Quartett, sind viele Dinge klar geworden, die nicht unbedingt zum Kerngeschäft des Musizierens gehören: „etwa zu erfahren, wie damals die Arbeitsprozesse vom Autograf über Abschriften von Kopisten bis zum Erst- oder Zweitdruck abliefen, das war ja unglaublich aufwändig und für uns sehr interessant“.

Wobei sofort klar wird, dass jede moderne Ausgabe ein Kompromiss aus teils widersprüchlichen Quellen ist. Die vielbeschworene „Fassung letzter Hand“ ‒ sie existierte vielleicht für einen egomanen Perfektionisten des 20. Jahrhunderts wie Karlheinz Stockhausen, selten aber für pragmatisch denkende Genies wie Bach Bach oder Mozart….. "
(Auszug aus dem Booklet Text von Michael Struck-Schloen)


VÖ: 28. Juni 2019
     
   

FRANZISKA HÖLSCHER, Violine  · SEQUENZA  · Berio · Schumann · Biber · Sciarrino

SEVERIN VON ECKARDSTEIN, Klavier

TRAUER, TOD und ZUVERSICHT

Franziska Hölscher über die Freiheit der Komponisten und die Schwierigkeiten des Interpreten

Felix Schmidt [FS]: ..."Sie haben mit ihrer CD auf populäre Bedürfnisse keine Rücksicht genommen. Nach welchen Gesichtspunkten haben Sie das Programm ausgesucht?

Franziska Hölscher [FH]: Popularität hin oder her - das ist für mich kein Kriterium. Mein Anliegen ist es, diese Werke, die für mich zu den bedeutendsten Kompositionen ihrer jeweiligen Epoche gehören, in das Bewusstsein der Zuhörer zu rücken.

FS: Das ist ja auch eine Form von Popularisierung.

FH: Wenn Sie so wollen, ja. Bei der Konzeption meiner Konzertprogramme geht es mir jedenfalls immer darum, Zusammenhänge und Dialoge zu schaffen: Die Moderne aus dem Blickwinkel der Alten Musik zu beleuchten, und das Moderne im Alten zu finden.

Ausgangspunkt meiner Auswahl war die Sequenza von Berio, die als eines der zentralen Werke der Violinliteratur des 20. Jahrhunderts einen entscheidenden Platz in meinem Repertoire einnimmt und mir sehr am Herzen liegt. Dieses Werk begleitet mich nun schon seit vielen Jahren und eröffnet mir immer wieder neue Klangwelten. . ."
(aus dem Booklettext/Interview)


VÖ: 14. Juni 2019
     
   

KATHARINA THALBACH, Rezitation · FEININGER TRIO

…O SINK HERNIEDER, NACHT DER LIEBE

"Dieses Motiv aus Wagners Tristan und Isolde gibt musikalisch wie thematisch den Ton an für die
Auswahl der Kompositionen und Gedichte des zum ersten Mal bei den Osterfestspielen Baden-Baden aufgeführten Programms des Feininger Trios. Liebe und Tod.

Es heißt bei der Auswahl der Gedichte einen Klang, einen Ton zu finden, der die Musik von Schuberts Notturno und Chopins Klaviertrio op. 8 aufnimmt und lyrisch mit der Musik in einen Dialog treten kann.

Wie überhaupt ist dieses grosse Thema zu greifen? Wie Sprache mit Musik in Beziehung zu setzen? Wie unterliegt Sprache nicht der Musik und wie können Gedichte eine eigene Geschichte erzählen und gleichzeitig der Musik, die doch die Voraussetzung für das musikalisch-poetische Programm ist, dienen?

Mit dem Anfang anfangen: Nach Schuberts Adagio, später umbenannt in Notturno, wird das Thema Liebe buchstabiert mit dem Gedicht von Ingeborg Bachmann Erklär mir Liebe und mit Rilkes Liebes-Lied, das seine Metaphorik aus der Streichmusik bezieht. . . "
(Auszug aus dem Booklettext von Ines Landes)


VÖ: 14. Juni 2019
     
   

KÖLNER STREICHSEXTETT · GREAT BRITAIN – GREAT MUSIC
Sextette von Holst, Holbrooke und Bridge

"Ausgerechnet im Jahr 2017 – dem Jahr der Brexit- Verhandlungen in Großbritannien – machte uns der WDR den Vorschlag, eine CD mit Werken britischer Komponisten zu produzieren. Nomen est Omen – böse Zungen nannten uns fortan BREXTETT –aber wir machten uns an die Arbeit.

Sichteten kiloweise - meist schlecht lesbares - Stimmenmaterial, stellten teilweise aus Partituren der British Library überhaupt erst Einzelstimmen her und einigten uns nach langwieriger Recherche auf die wunderbaren Sextette von Holst, Holbrooke und Bridge.

 Schon bei der Probenarbeit wurde klar: Die Entscheidung war ein Glücksgriff, die Werke haben unsere Erwartungen übertroffen. Wir sind begeistert von der Musik und konnten mit diesen Werken auch unser Konzertpublikum mitreißen (das Scherzo von Holst war sogar eine Uraufführung).

Nun sind wir im Jahr 2019, – in dem wir unser 20 jähriges Sextett-Jubiläum feiern und mit großer Freude diese CD präsentieren können. Ein Jubiläum ist auch immer ein guter Zeitpunkt um innezuhalten und den Werdegang Revue passieren zu lassen…"
(Auszug aus dem Booklettext von Guido Heldt)
 
VÖ: 14. Juni 2019
     
   

MARTIN KLETT, Klavier & ENSEMBLE  · BACH · SALGÁN  · PUGLIESE

LAMENTO – eine persönliche Geschichte

Du hast „Lamento“ zum einen als „Wahnsinnsprojekt“, zum anderen als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet. Wie passen Wahnsinn und Herz zusammen?

Wunderbarerweise passen die beiden ja sehr gut zusammen, Wahnsinn und Herz. Das Projekt schwirrte schon fast ein Jahrzehnt in meinem Kopf umher: Bach-Konzerte mit solistisch besetzten Streichern. Und Bach ist in gewisser Weise auch die Basis des Programms. . .

Dazu kommt dann noch meine persönliche Geschichte mit den Tangos: mein Ensemble „Cuarteto SolTango“ und natürlich auch das Tanzen. Und was ist dabei herausgekommen?
 Ein Projekt mit – auch für kammermusikalische Verhältnisse – recht großen Dimensionen, mit Leuten aus aller Herren Länder und einer Woche, die ich wahrscheinlich mein Leben lang nicht vergessen werde.

Bach und Tango - warum passen die so gut zusammen in Deinen Ohren?

Erstmal stehen die natürlich jeweils für sich: Wir spielen Tango so wie Tango und Bach so wie Bach. Die Kombination entstand durch meine persönliche Beziehung zu beiden. Außerdem zieht sich das Lamento wie ein roter Faden durch das Programm. Ich höre das Wehklagen aus beiden Musiken heraus. Der Titel „Lamento“ ist durch einen Tango inspiriert, und das Lamento spielt in Bachs Musik natürlich auch eine ganz wichtige Rolle – nicht immer, aber immer wieder.
(aus dem Booklettext/Interview)


VÖ: 31. Mai 2019
     
   

STEPAN SIMONIAN, Klavier · BACH · Goldberg Variationen 


Warum Bach? Warum Goldberg Variationen?

Stepan Simonian über die Goldberg Variationen

"Die Aria mit verschiedenen Veränderungen ist eine lebenslange Reise. Diese Aufnahme ist für mich ein sehr persönlicher Abschnitt auf meinem Weg, und wenn mich auf ihm der eine oder andere Reisende ein Stück weit begleiten mag, dann wird mir dies eine ganz besondere Freude sein.

Bei den Goldberg-Variationen ist Bach ein großer Meister, der nach Ansicht seiner Zeitgenossen zwar eine etwas altmodische Musik schrieb, was m. M. n. dazu führte, dass er zu Lebzeiten eben noch nicht die Popularität und Berühmtheit eines Telemann oder Händel erreichen konnte. . .

Die Zyklen wie Das Wohltemperiertes Clavier, Das Musikalisches Opfer oder die Kunst der Fuge sind das Nonplusultra des Bachschen instrumentalen Polyphonie-Könnens. Die Goldberg Variationen hingegen sind eine Zusammenfassung des kompositorischen Variationsvermögen Bachs. ...

Das Wesentliche an den Goldberg-Variationen, wie in jedem großen Kunstwerk, ist so facettenreich, vielseitig, so unaussprechlich und unauffindbar, dass das einzige, was einem Musiker für eine wahrhafte Annäherung an dieses außerordentliche Werk bleibt, die Aufführung ist - glücklicherweise. "(© Stepan Simonian)

VÖ: 17. Mai 2019
     
   

BENJAMIN MOSER, Klavier  · MUSSORGSKY  · GERSHWIN · WILD · Pictures & Songs

Benjamin Moser über sein Programm:

"Die Idee zu diesem Projekt entstand bereits im Jahr 2016. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums meines Preises beim Tschaikovsky-Wettbewerbs und meiner ersten CD mit russischer Klaviermusik wollte ich eine weitere Aufnahme, sozusagen ein Volume 2 mit russischem Repertoire einspielen.

Ich wollte ein bekanntes Stück mit seltener gespielten Werken kombinieren und dazu boten sich die Bilder einer Ausstellung, die ich schon immer spielen wollte und die ich vor allem in ihrer Urfassung innig liebe, besonders gut an. Ursprünglich wollte ich die erste Klaviersonate von Rachmaninov dagegen stellen, ein meiner Meinung nach unterschätztes und wunderbares, nicht oft zu hörendes Werk; doch dann entdeckte ich die Rachmaninoff-Liedbearbeitungen von Earl Wild und war von diesen hochvirtuosen und zugleich traumhaft lyrischen Miniaturen hellauf begeistert.

Ein weiterer Anstoß, insbesondere dann auch für die Préludes und die Virtuosen Etüden von Gershwin war dann das Motto „Amerika“ des Klavierfestivals Ruhr, im Sommer 2017.

In Kooperation mit dem Deutschlandfunk Kultur und CAvi-music (an dieser Stelle mein herzlicher Dank!) entstand also diese CD-Aufnahme. Ich wünsche dem geneigten Zuhörer viel Freude damit!..."


VÖ: 31. Mai 2019
     
   

HERBERT SCHUCH, Klavier · BEETHOVEN · LIGETI · Bagatellen 

BAGATELLEN – Ungleiche Äquivalente

Ligeti und Beethoven „gemischt“ als Meister der Kleinformen

Am Anfang öffnet sich das Tor: Feierlich, großartig soll es klingen, wie eine Ouvertüre, majestätisch wie etwa Beethovens Eroica. So beginnt György Ligeti seine Musica ricercata, eines der frühen Werke des Ungarn, komponiert Anfang der 1950er Jahre.
Der Zyklus wurde zum Paradebeispiel für die Kunst, minimalistische Strukturen und üppiges Klangfarbenspektrum miteinander in Balance zu bringen.

Hinter jeder Note lauert die Gewissheit, dass der Pianist nichts übersehen darf: dass er einerseits die Spannung halten muss für das Gegenwärtige und gleichzeitig die Wachheit aufbringen muss für das, was sich im nächsten Moment ereignen kann. Diese Herausforderungen teilt Ligeti zweifelsfrei mit Ludwig van Beethoven.

Herbert Schuch hat, weit bevor er an eine CD-Produktion dachte, die Konstellation Beethoven-Ligeti im Konzertsaal erprobt. „Dabei bekomme ich sehr rasch ein Gefühl dafür, ob ein Programm funktioniert, oder ob es doch nur eine Kopfgeburt ist. Mir war natürlich klar, dass die hier präsentierten Zyklen nicht dafür komponiert worden sind, dass sie auseinandergepflückt werden.

Daher ist mir wichtig zu spüren, dass ich keinem der Werke Gewalt antue und dass die neue Anordnung auch einen Sinn ergibt. Bei einer Sonate würde das sicher nicht funktionieren.“
 (aus dem Booklettext/Interview)


VÖ: 12. April 2019
     
   
ADAM FISCHER · ANNA LARSSON , Alt · STUART SKELTON, Tenor
DÜSSELDORFER SYMPHONIKER

ADAM FISCHERs Gedanken zu MAHLERs LIED VON DER ERDE

"Das Lied von der Erde durchdringt eine ganz besondere Stimmung, eine Abschiedsstimmung. Vor allem natürlich im letzten Satz, dem Abschied. Diesen Satz aufzubauen, ist für jeden Dirigenten und für jedes Orchester eine speziell komplizierte, aber wunderbare Herausforderung. Ich finde, es ist rein technisch das schwierigste Stück zu dirigieren.. .

Die Musik im Lied von der Erde hat von Anfang an eine ganz spezielle Atmosphäre. Auch die Texte, die auf fernöstliche Lyrik zurückgehen, sind eher eine Stimmung: Mahler löst sich immer wieder von den Worten, aber die Stimmung bleibt.

Die Musik ist so viel mehr als die Worte. Im dritten Lied geht es zum Beispiel um Spiegelbilder im Wasser – in der Musik sehe ich diese Bilder aber gar nicht. Mahler geht es auch nicht darum, dass man jede Silbe genau versteht.

Und wenn eine Stimme in der Verzweiflung vom Orchester übertönt wird und ganz untergeht, ist das ganz im Sinne der Musik. Der Schönklang ist an vielen Stellen nicht wichtig, im Gegenteil: Im Lied von der Erde muss auch deklamiert, gerufen und geschrien werden.

Ich glaube, auch Menschen, die den deutschen Text gar nicht verstehen, können über die Musik den Sinn des Ganzen genau erfassen………. (aus dem Vorwort zum Booklet)


VÖ: 15. März 2019
     
   

CAvi-music ist auch auf Facebook

FACEBOOK CAVI MUSIC