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HERBERT SCHUCH, Klavier · BEETHOVEN · LIGETI · Bagatellen 

BAGATELLEN – Ungleiche Äquivalente

Ligeti und Beethoven „gemischt“ als Meister der Kleinformen

Am Anfang öffnet sich das Tor: Feierlich, großartig soll es klingen, wie eine Ouvertüre, majestätisch wie etwa Beethovens Eroica. So beginnt György Ligeti seine Musica ricercata, eines der frühen Werke des Ungarn, komponiert Anfang der 1950er Jahre.
Der Zyklus wurde zum Paradebeispiel für die Kunst, minimalistische Strukturen und üppiges Klangfarbenspektrum miteinander in Balance zu bringen.

Hinter jeder Note lauert die Gewissheit, dass der Pianist nichts übersehen darf: dass er einerseits die Spannung halten muss für das Gegenwärtige und gleichzeitig die Wachheit aufbringen muss für das, was sich im nächsten Moment ereignen kann. Diese Herausforderungen teilt Ligeti zweifelsfrei mit Ludwig van Beethoven.

Herbert Schuch hat, weit bevor er an eine CD-Produktion dachte, die Konstellation Beethoven-Ligeti im Konzertsaal erprobt. „Dabei bekomme ich sehr rasch ein Gefühl dafür, ob ein Programm funktioniert, oder ob es doch nur eine Kopfgeburt ist. Mir war natürlich klar, dass die hier präsentierten Zyklen nicht dafür komponiert worden sind, dass sie auseinandergepflückt werden.

Daher ist mir wichtig zu spüren, dass ich keinem der Werke Gewalt antue und dass die neue Anordnung auch einen Sinn ergibt. Bei einer Sonate würde das sicher nicht funktionieren.“
 (aus dem Booklettext/Interview)


VÖ: 12. April 2019
     
   
ADAM FISCHER · ANNA LARSSON , Alt · STUART SKELTON, Tenor
DÜSSELDORFER SYMPHONIKER

ADAM FISCHERs Gedanken zu MAHLERs LIED VON DER ERDE

"Das Lied von der Erde durchdringt eine ganz besondere Stimmung, eine Abschiedsstimmung. Vor allem natürlich im letzten Satz, dem Abschied. Diesen Satz aufzubauen, ist für jeden Dirigenten und für jedes Orchester eine speziell komplizierte, aber wunderbare Herausforderung. Ich finde, es ist rein technisch das schwierigste Stück zu dirigieren.. .

Die Musik im Lied von der Erde hat von Anfang an eine ganz spezielle Atmosphäre. Auch die Texte, die auf fernöstliche Lyrik zurückgehen, sind eher eine Stimmung: Mahler löst sich immer wieder von den Worten, aber die Stimmung bleibt.

Die Musik ist so viel mehr als die Worte. Im dritten Lied geht es zum Beispiel um Spiegelbilder im Wasser – in der Musik sehe ich diese Bilder aber gar nicht. Mahler geht es auch nicht darum, dass man jede Silbe genau versteht.

Und wenn eine Stimme in der Verzweiflung vom Orchester übertönt wird und ganz untergeht, ist das ganz im Sinne der Musik. Der Schönklang ist an vielen Stellen nicht wichtig, im Gegenteil: Im Lied von der Erde muss auch deklamiert, gerufen und geschrien werden.

Ich glaube, auch Menschen, die den deutschen Text gar nicht verstehen, können über die Musik den Sinn des Ganzen genau erfassen………. (aus dem Vorwort zum Booklet)


VÖ: 15. März 2019
     
   
FLEX ENSEMBLE · AU SUIVANT

 Ravel . Fauré und Chansons für Klavierquartett

Unser neues Album (Au suivant! = Next!) stellt französische Musik in drei verschiedenen Genres gegenüber: ein Jugendwerk von Fauré, Charakterstücke von Ravel in einer neuen Bearbeitung für Klavierquartett und eine bunte Mischung zeitgenössischer Interpretationen französischer Chansons von Claude le Jeune bis Georges Brassens.

Alles begann mit Fauré… Sein c-Moll-Klavierquartett ist eines der ersten Werke, dem wir uns als Ensemble widmeten. Zu diesem wohl bekanntesten Kammermusikwerk Faurés bauten wir sofort eine persönliche tiefe Bindung auf. Die emotional-weittragende Grundstimmung dieses Werkes, seine Klangfarben, die fließende, dabei doch klare Form wie auch die erstaunliche Entstehungsgeschichte, faszinierten uns, und entwickelten unseren eigenen Ensembleklang und das Verständnis für die französische Musik.

Einige Jahre später erhielten wir dann ein unerwartetes Geschenk: den ersten Satz von Ravels Ma Mère l’Oye in einer Fassung für Klavierquartett, von Shintaro Sakabe bearbeitet: „Versucht es einfach! Ich glaube, es wird funktionieren!“ ..

Schlussendlich war es aber die Idee eines Chanson-Projekts, die all diese Werke zusammenführte.“ (Auszug aus dem Booklet-Text des Ensembles)



VÖ: 22. Februar 2019
     
   
ALESSANDRO FAGIUOLI, Violine & ALESSIA TOFFANIN, Klavier 
GEORGE ANTHEIL

The bad boy of Music , Die vier Violinsonaten

Ein Doppelleben. Wie sein Freund und Kollege Miklós Rózsa führte George Antheil (1900-1959) ein Doppelleben. Wie Rózsa vertonte er Dutzende von Filmen und strebte gleichzeitig nach Anerkennung als „klassischer“ Komponist. Zudem führte Antheil zwei verschiedene Existenzen nacheinander: vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. . .

Die vier Sonaten dieses Albums von Georg Antheil stehen beispielhaft für die zwei verschiedenen Schaffensperioden in seinem Leben und verdeutlichen die musikalische Entwicklung, die er durchlief: von der perkussiven ersten Sonate über die dadaistisch-kubistische zweiten Sonate bis zur eher neoklassischen dritten Sonate.

Eine Unterbrechung von 25 Jahren trennt jene frühen drei Werke von der sogenannten Second Violin Sonata (die eigentlich seine Sonate Nr. 4 ist). Diese Komposition aus den Jahren 1947-48 ist deutlich klassischer strukturiert.

Während die drei früheren Stücke aus den Jahren 1923-24 vor allem den Einfluss der frühen Meisterwerke Igor Stravinskys zeigen, steht hingegen Antheils Vierte Sonate eher im Zeichen von Prokofiev und Shostakovich. Paradoxerweise dienten ihm diese russischen Komponisten als Modelle einer noch zu verwirklichenden amerikanischen Musik……“
(Auszug aus dem Booklet-Text von Mauro Piccinini)



VÖ: 22. Februar 2019
     
   
CUARTETO SOLTANGO  · SIN PALABRAS

Nach dem grossen Erfolg des ersten Albums 'CRISTAL'

SIN PALABRAS – Ohne Worte
Cuarteto SolTango vereint das üppige Klangspektrum der großen Orquestas mit den Idealen lebendiger Kammermusik.
Während traditionelle Orquestas meistens mit einem Sänger auftreten, spielt Cuarteto SolTango fast ausschließlich instrumentale Bearbeitungen, in denen die Hauptstimme sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Instrumente schlängelt und damit abwechselnd jedes Mitglied ins Rampenlicht stellt.

Mit diesem Album wird der Hörer in die Atmosphäre einer traditionellen Milonga versetzt ([Anm:] Musikabend mit einer spezifischen Tanzgattung). Die Gliederung in Tandas, unterbrochen durch Cortinas, gibt dem Programm eine eindeutige Struktur. Jede Tango-Tanda erklingt im Stil eines berühmten Orchesters der Goldenen Ära………

Heutzutage spielen Tango-DJs als Cortina Stücke verschiedener Genres von Pop über Jazz bis hin zur Klassik. Zwischen den einzelnen Tandas spielen die Mitglieder des Cuarteto SolTango kurze Solos oder Duos, die Einblick geben in ihren Hintergrund als vielfältige und kreative Musiker.



VÖ: 25. Januar 2019
     
   
MARKUS BECKER, Klavier  · NDR Radiophilharmonie·  Joshua Weilerstein, Dirigent

MAX REGER  · Piano Concerto Live Recording·  Piano Pieces

Ein Berg von Klängen

„Mit Regers Klaviermusik beschäftige ich mich schon sehr lange. In den Neunzigerjahren, kurz nach meinem Studium, habe ich sein Gesamtwerk für Klavier solo auf CD eingespielt.

Seitdem spiele ich Reger immer wieder in Konzerten. Auch Kammermusik, also Violin-, Klarinetten- und Cellosonaten, die Stücke für zwei Klaviere, Klaviertrio, Quartette, Lieder. Er hat ja in fast allen Bereichen unheimlich viel komponiert. . .

 In den Proben waren Joshua Weilerstein, die Radiophilharmonie und ich damit beschäftigt, an der Klangbalance zwischen Orchester und Klavier zu arbeiten.. .

Das ist problematisch, aber auch ein großer Reiz: wie schaffen wir es, diesen Berg von Klängen so auszuleuchten, dass ein musikalischer Verlauf hörbar wird? Wo klingt etwas Wichtiges, welche Stimme führt?
Natürlich müssen Orchester und Klavier ab und zu die Muskeln spielen lassen, aber unter der kraftvollen Oberfläche müssen wir immer nach Graustufen und Schattierungen suchen, sonst wird diese Musik zur Qual...“ (Interview mit Markus Becker aus dem Booklet)


VÖ: 25. Januar 2019
     
   
EDITION KLAVIER-FESTIVAL RUHR Vol. 37 (4 CDs) · 
REDKIN ·  GERL · FUJITA · FIOLIA · FERNÁNDEZ-NIETO  ·
JOHNSON · MAFI · FOX  · LE ROUX
"VIVE LA FRANCE"  · DEBUSSY  & SAINT-SAËNS
Live Recordings 2018


30 Jahre Klavier-Festival Ruhr

“„Vive la France!“ – unter diesem Motto stand das Jubiläumsfestival des Klavier-Festivals Ruhr 2018.

Denn im Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren und an den Tod eines der bedeutendsten französischen Komponisten, Claude Debussy, im Jahr 1918 haben wir die deutsch-französische Freundschaft in den Fokus des Festivals gerückt, um diese über Jahrhunderte bedeutsame politisch wie künstlerisch wichtige Achse auch musikalisch aufzuzeigen.

Daher freut es mich sehr, dass wir Frankreich als große Kulturnation auch auf unserer diesjährigen Festival-Jahres-CD anhand des so vielfältigen wie berührenden Repertoires zweier das ausgehende 19. Jahrhundert prägenden Komponisten nachzeichnen können: Claude Debussy und Camille Saint-Saëns. ..
(Franz Xaver Ohnesorg, Vorwort)


VÖ: 25. Januar 2019
     
   
ANTJE WEITHAAS , Violine
 arte logometropolis , Sendung vom 25. November 2018
 


     
   
WIR GRATULIEREN DEM BOULANGER TRIO HERZLICH ZUM

PREIS DER DEUTSCHEN SCHALLPLATTENKRITIK / KAMMERMUSIK

TCHAIKOVSKY · JUON · Piano Trios

"Was für das kapitale Klaviertrio a-moll Tschaikowskys gilt, charakterisiert auch die Litaniae des russisch-schweizerischen Komponisten Paul Juon: Es sind Einblicke in eine leidende, ringende Seele, Zeugnisse tiefer Verzweiflung und Not. Dass Juon für diese Extremlage ganz eigene rhythmische und harmonische, oft chromatische Wege geht, unterstreicht das Boulanger Trio packend und transparent.

Die Kombination beider Werke ist ideal, nahezu ideal auch der Interpretationsansatz dieser ungemein homogenen Trio-Formation. Das Primat hat hier stets eine elegant-flüssige Kantabilität, die bis in die zartesten Nuancen entfaltet wird. Ohne Schwere, eher leichtfüßig, ein wenig spielerisch, wird die Fuge in das Variationengefüge integriert.

So bleibt das Steigerungspotential in durchdachter Dramaturgie bis zum Schluss erhalten: ein erschütternder Absturz vom „con fuoco“ ins „lugubre“ auf einem bis zum Zerreißen gespannten Quartsextakkord, der das Ende vergebens hinausschiebt. "
(Für die Jury: Lotte Thaler)



Preis der Deutschen Schallplattenkritik
     
   
WAYNE MARSHALL, Klavier  ·  MARIA KLIEGEL, Cello · BENYAMIN NUSS, Klavier
MAURICE STEGER, Blockflöte und andere

LEONARD BERNSTEIN ·  Piano & Chamber Music (3 CDs)

Geburtstag Edition zum 100. Geburtstag

... was der Liebe am nächsten kommt

„Leonard Bernstein umgab keine Aura der Unnahbarkeit. Er genoss die Popularität, auch wenn er sich nicht danach drängte, „everybody’s darling“ zu sein und von jedermann „Lenny“ genannt zu werden. Die Eltern hatten ihm den Namen Louis gegeben, riefen ihn jedoch Leonard. Sein älterer Freund und Lehrmeister Serge Koussevitzky, mit dem ihn nicht nur das Musiktalent, sondern auch der osteuropäisch-jüdische Familienhintergrund verband, sprach ihn mit Lenyusha an.

Er selbst bevorzugte die englische Koseform und setzte ihr als Pseudonym in seinen Anfangsjahren, als er sich mit Unterhaltungsmusik über Wasser hielt, das entsprechende Wort für Bernstein als Nachnamen hinzu: Lenny Amber.

Das Spiel mit Chiffren, Namen und Identitäten, sei es durch Verweise auf sich selbst, sei es auf Personen des privaten Umfeldes oder auch auf Werke anderer Komponisten und Epochen fast aller Genres zwischen Barockmusik und Jazz zieht sich durch Bernsteins gesamtes Schaffen….." (Auszug aus dem Booklet-Text von Johannes Jansen)

VÖ: 16. November  2018
     
   
PŘEMYSL VOJTA, Horn  ·  FABRICE MILLISCHER, Posaune  · HAYDN ENSEMBLE PRAGUE
  · MARTIN PETRÁK
MICHAEL & JOSEPH HAYDN · Horn Concertos

"Die Frage, wie viele Hornkonzerte Joseph Haydn und sein fünf Jahre jüngerer Bruder Michael geschrieben haben, ist nicht einfach zu beantworten. Da trifft man einerseits auf Verschollenes, andererseits auf Fehlzuschreibungen oder Werke, deren Authentizität zumindest fraglich ist.

 Ein Konzert wurde in der musikwissenschaftlichen Forschung sogar sowohl für Joseph wie für Michael Haydn reklamiert – und stammt womöglich von einem ganz anderen, bislang nicht identifizierten Autor.

Beide Brüder schrieben die meisten ihrer Konzerte – für die verschiedensten Soloinstrumente – in derselben Situation, nämlich nachdem sie Leitungspositionen bei bedeutenden Hofkapellen angetreten hatten: Joseph Haydn 1761 als Kapellmeister der Fürsten Esterházy, Michael 1763 als Konzertmeister am Erzbischöflichen Hof in Salzburg. . ."
 (Ausschnitt aus dem Booklettext von Dr. Arnim Raab, Haydn-Institut)

VÖ: 12. Oktober  2018
     
   
AVENHAUS · NEUDAUER  · ISHIZAKA · ZHENG ·  STOTIJN 
TROUTS Forellenteich

Schubert und der „Forellenteich“
Fünf zeitgenössische Variationen zum FORELLENQUINTETT
Ein einmaliges Projekt

Seit langem schon ist es ein Herzensprojekt von Silke Avenhaus, Schuberts Forellenquintett aufzunehmen. Und dazu sollten fünf europäische Komponisten in ihren Variationen die Schubertschen Ambivalenzen beiläufig weiter führen.

Vorgaben für die Auftragswerke waren die zeitliche Begrenzung, und dass sich jeder Komponist ein Instrument heraussucht, auf das er sich fokussiert. Für alle ist das Forellen-Thema die Vorlage gewesen. Dennoch sind in Charakter und Tempo komplett verschiedene Stücke herausgekommen.

Für die Initiatorin ein „Glücksfall“. Die neuen Kompositionen lassen sich als Einzelsätze eines zeitgenössischen Trouts-Quintetts verstehen und überdies unterschiedlich miteinander kombinieren. . . (aus dem Booklettext von Elgin Heuerding)

VÖ: 12. Oktober  2018
     
   
GÜLRU ENSARI & HERBERT SCHUCH, Klavierduo
DIALOGUES! MOZART · DEBUSSY ·  ZIMMERMANN

LIVE IM ZDF MORGENMAGAZIN
zdf morgenmagazin


Debussy En blanc et noir   youtube       Mozart & Zimmermann   youtube


Zweite Aufnahme des Klavier-Duos Ensari & Schuch

Bernd Alois Zimmermann (1918-1970) zitiert in seinen Monologen u.a. Mozart und Debussy.

Dieses Projekt-Album spürt die Spuren Zimmermanns zu seinem 100. Geburtstag nach.

„ In die Monologe hatten wir schon im Studium hineingeschnuppert, kannten allerdings nur ein paar kopierte Seiten davon. Anlässlich von Zimmermanns hundertstem Geburtstag haben wir uns wieder darauf besonnen, mussten aber sehr schlucken, als wir die komplette Partitur sahen.

 Da werden irrwitzige Dinge verlangt. Besonders gereizt haben uns von Anfang an die Zitate anderer Komponisten, die wie Inseln von Ruhe und Schönheit aus einem aufgewühlten Sturm aufragen. Die zitierten Werke sind nicht für Klavierduo. Doch sehen wir Parallelen zu den anderen von uns aufgenommenen Stücken.

Das Freche, Plötzliche, Launige, Blockhafte und Opernhafte von Mozarts C-Dur-Sonate gibt es auch bei Zimmermann. . .
(aus dem Interview im Booklet)

VÖ: 29. September 2018
     
BOULANGER TRIO
TCHAIKOVSKY · JUON · Piano Trios


REZENSION logo pizzicato


Tiefste Abgründe der Seele

".. .Das Boulanger Trio reizt an Litaniae besonders, „wie Juon dem Klaviertrio neue Farben entlockt, wie er die Instrumente so anders behandelt als andere Komponisten, wenn er zum Beispiel die Streicher in Doppelgriffen wie ein Orchester erscheinen oder das Klavier in hoher Lage ‚klingeln‘ lässt“.

„Man reist in die tiefsten Abgründe einer Seele“, findet das Boulanger Trio, „alles hat existenzielle Bedeutung. Es nimmt einen gefangen, es passiert so viel innerhalb weniger Augenblicke“.

Und darin sehen die Musikerinnen auch eine Brücke von Juons kaleidoskopischem Tongemälde zu dem gewaltigen Klaviertrio op. 50 von Peter Tschaikowsky, einem klingenden Epitaph für seinen Freund und Förderer, den Pianisten und Dirigenten Nikolaj Rubinstein..."
( Auszug aus dem Booklet)

VÖ: 31. AUGUST 2018
     
   
ADAM FISCHER, Dirigent  · ANNA LARSSON , Alt  · Düsseldorfer Symphoniker

GUSTAV MAHLER · Sinfonie Nr. 3

ADAM FISCHER zu MAHLERS 3. Sinfonie (aus dem Booklet)


"Das ganze Werk Mahlers ist für mich ein großer Abschied: Ein Abschied von der Vergangenheit und von der Zukunft, denn Mahler hatte große Furcht vor dem Tod. Am Ende der Symphonien gibt es immer wieder Utopien, wie hier im Adagio der Dritten und besonders auch viel später in der Neunten. Da kommt etwas Neues, aber es bleibt ein Abschluss. Das Neue wird auf jeden Fall nicht mehr in dieser Welt stattfinden.

Die dritte Symphonie ist insgesamt eine der reichsten, denn die einzelnen Sätze sind so unterschiedlich, dass sie aus unterschiedlichen Zeiten von Mahler stammen könnten. Die Dritte hat ihre eigene Welt. Da ist allein schon der erste Satz, der länger ist als die meisten Beethoven-Symphonien.

Dann taucht Mahler in die Wunderhorn-Welt, in die Einfachheit, in der sich sein Stil von Schubert inspirieren lässt. Er zitiert sich selbst, macht seine eigene Mythologie. Die gleichen Figuren tauchen, wie in einem Roman, in unterschiedlichsten Geschichten wieder auf.

Der zweite und der dritte Satz gehören zusammen, ab dem vierten kommt dann mit der Singstimme eine neue Dimension hinzu. Mit dem ersten Ton der Sängerin schließt Mahler wirklich eine neue Welt auf. . . "

VÖ: 14. September 2018
     
   
CHRISTIAN IMMLER, Bariton, ANNA STEPHANY, Sopran 
CHRISTOPH BERNER, DANNY DRIVER , SILVIA FRASER, Klavier

SWAN SONGS (Schwanengesänge)

‘Was bleibt?’ und inwiefern sind sich die
Komponisten zum Zeitpunkt der Komposition der Dringlichkeit dieser Frage bewusst? Dies scheinen mir die zentralen Themen eines sogenannten ‘Schwanengesangs’ (in unserer Aufnahme auf das vokale Schaffen bezogen) zu sein.

Die Konzentration der Mittel, die Schubert im zweiten Teil seines ‘Schwanengesangs’ nach Gedichten von Heinrich Heine dem Interpreten vorlegt und abverlangt, ist sprichwörtlich unerhört. Die Direktheit von Text und Musik lässt dem Zuhörer kaum die Option der tröstenden Zuflucht.

Anders hingegen Brahms’ 1896, ein Jahr vor seinem Tod, entstandene ‘Vier ernste Gesänge’. Meiner Meinung nach merkt man ihnen das innere Ringen um persönliche Ehrlichkeit an. Brahms gesteht seinen Freunden, dass er glaube, mit seinem Opus 121 ganz ‘gottlose Lieder’ komponiert zu haben, deren Texte aber ‘Gott sei Dank in der Bibel’ stünden.

Sein Publikum wollte ‘religiöse’ Lieder hören und genau diese Oberfläche scheinen seither seine Anhänger auf Brahms, den Agnostiker, zu projizieren. . .(Auszug aus dem Bookletvorwort von Christian Immler)

VÖ: 31. AUGUST 2018
     
   
FATEYEVA · VOGT · MAHNI  · DÖRPINGHAUS · K. DÖRKEN  · WHITE  · DONDERER · RESZNIAK  · HUDSON · PLATH

CANTILÈNE · SPANNUNGEN FESTIVAL 2017

Diese Zusammenstellung ist  typisch für das Programm des SPANNUNGEN Festivals.

Die Künstler selbst schlagen Programmstücke vor, die  sie gern abseits vom großen Betrieb und ohne Einspruch der Veranstalter vortragen wollen und sie ausprobieren wollen.

Darunter finden sich auch außergewöhnliche Stücke, Besetzungen und Formen, die man sonst nirgendwo hört und erstaunt ist über diese vielfältige Musik und ihre Klasse.

Das Booklet erzählt über jedes Stück seine Besonderheit.

VÖ: 10. AUGUST 2018
     
   
C. TETZLAFF  · HORNUNG  · K. DÖRKEN  · WEITHAAS  · POWELL  · HELMCHEN

DVOŘÁK & SUK  · TRIO  · QUARTET  · SPANNUNGEN FESTIVAL 2017

Die hört man selten . . .

DVOŘÁK: „Im Jahr 1876, in dem Dvořák das Trio in g-Moll op. 26 innerhalb von nur 16 Tagen niederschrieb, begannen zwar Meisterwerke wie die Klänge aus Mähren oder das Stabat mater allmählich auf größere Beachtung zu stoßen, aber die Begegnung mit Johannes Brahms, die seine künstlerische Orientierung weisen und stabilisieren sollte, fand erst acht Jahre später statt.

Entsprechend tastend und nach Ansicht des Dvořák-Experten John Clapham „unsicher“ präsentieren sich noch etliche Teile des Trios. . .

SUK: „…Josef Suks Examensarbeit ist nichts anderes als das Klavierquartett in a-Moll op. 1, dessen erster Satz in seiner entwaffnenden Impulsivität wie eine Druckwelle über den Hörer einbricht.

Ein Satz, der sowohl Einflüsse von Brahms, dem Nestor der spätromantischen Kammermusik, als auch die seines Lehrers erkennen lässt. Wichtiger ist noch, dass sich bereits ein eigener Tonfall herauszubilden beginnt. . .
(Auszüge aus dem Booklettext von Pedro Obiera)


VÖ: 10. AUGUST 2018
     
   
TAMAR BEREIA, Klavier

BEETHOVEN & LISZT

MEINE FAVORITEN: BEETHOVEN UND LISZT

"Es ist mir eine besondere Freude, meine zweite Solo-CD vorzustellen. Sie enthält Werke zweier Komponisten, die mein ganzes Leben lang und im Laufe meiner Musikausbildung den größten Einflussauf mich ausübten: Beethoven und Liszt.

Bei Liszt konnte ich wild und unbegrenzt im Ausdruck sein, während ich beim Vortrag von Beethoven standhaft und aufrichtig sein durfte – eine Kombination, die es mir ermöglichte, meine komplexe Persönlichkeit darzustellen.

Zwei der erhabensten Werke dieser Komponisten lernte ich zum ersten Mal als Siebzehnjährigekennen: die Hammerklavier-Sonate in B-Dur op. 106 von Beethoven und die Sonate in h-Moll von Liszt. Durch sie entdeckte ich ein neues Universum an Vorstellungen, Klängen, Strukturen und Gestalten. . ."

1987 wurde die Georgisch/Schweizer Pianistin TAMAR BEREIA in Tbilissi (Georgien) in eine Familie von Musikern hineingeboren.

Die meiste Zeit studierte sie in Georgien: mit fünf Jahren ihre ersten Klavierstunden durch Ihre Mutter, an der Musikschule für begabte Kinder „Z. Paliaschwili“ bei Dodo Tsintsadze und am Staatlichen Konservatorium bei Nana Khubutia.

Danach ging sie für zwei Jahre an die Musikhochschule in Luzern für ein Masterstudium in der Klasse von Ivan Klánský. Einige Stipendien unterstützten ihre Ausbildung.

Sie hat viele nationalen und internationalen Preise gewonnen u.a. den dritten Preis ex-aequo, die Bronze Medaille, und den Sony Audience Prize des 17. Paloma O‘Shea Santander International Piano Wettbewerbs.


VÖ: 15. JUNI 2018
     
ANDRÈ SCHUEN, Bariton & DANIEL HEIDE, Klavier

SCHUBERT · WANDERER

PLATZ 15 in den CONCERTI Klassik-Charts August 2018

RONDO MAGAZIN                  
CD-TIPP  BR Klassik Logo


ANDRÈ SCHUEN "Wir sind diesmal vom Begriff des „Wanderns“ ausgegangen, beziehungsweise von einer „Reise“, einem „Weg“, und haben dann alle möglichen Varianten davon gesucht.

Die drei großen Schwerpunkte, die sich dabei ergeben haben, sind zum einen das romantische „Wandern“ an sich, das bei Schubert ja eine sehr wichtige Rolle spielt, z.B. Der Wanderer (Schlegel), zum zweiten der Weg zur Geliebten wie z.B. in Auf der Bruck oder Willkommen und Abschied, und drittens dann noch die Reise ins Jenseits, in den Tod wie in Totengräbers Heimweh oder Im Abendrot. . ."

DANIEL HEIDE " Die Frage nach den oft langsamen Liedern und den traurigen, sehnsuchtsvollen Inhalten ist letztlich eine der Kernfragen innerhalb des romantischen Kunstliedes: Warum immer so getragen? So traurig? So sehnsuchtsvoll. Wo ist die Heiterkeit? Wo bleibt das Lebensbejahende? ...

Wenn man sich die Gesamtheit der Lieder von Schumann, Brahms, Wolf, Mahler, Strauss, Debussy und eben auch Schubert ansieht, stellt man schnell fest, dass der größte Teil langsame, kontemplative, betrachtende Stücke sind. Virtuosität ist dem Lied eigentlich fremd, zumindest die Virtuosität von schnellen Koloraturen oder rauschenden Passagen im Klavier . . ."

VÖ: 15. JUNI 2018
     
HARTMUT ROHDE, Viola und CHRISTIAN SEIBERT, Klavier

JOSEF TAL · KAMMERMUSIK FÜR VIOLA

Paul Hindemiths Schüler

"Als die Akademie der Künste Berlin bei mir angefragte, einen Konzertabend mit Josef Tal mitzugestalten und unter seiner Anleitung die beiden Werke für Viola und Klavier einzustudieren, war ich über diesen Impuls sehr erfreut.

An der Universität der Künste Berlin, an der ich mich gerne und bewusst in der Tradition der prägenden Musiker der 20er Jahre positioniere, ist Tals Lehrer Paul Hindemith als einer unserer großen Kompositionslehrer für mich als Bratscher stets präsent. 1995 richteten wir ein umfassendes internationales Hindemithfest mit Aufführungen fast aller seiner Kompositionen mit Beteiligung der Viola aus.

Seither war mein Interesse auch an den Kompositionen seines Umfeldes und seiner Schüler geweckt. Josef Tal war einer der bekanntesten Schüler und Weiterentwickler Hindemithscher Ideen und engagierter und interessanter Wegbereiter der elektronischen Musik – ein Gebiet, das Hindemith an der Hochschule für Musik Berlin, dem Vorgängerinstitut der UdK Berlin, Ende der 20-er Jahre ebenfalls entwickelte. . . "


VÖ: 15. JUNI 2018
     

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