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LYRICS

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ANDRÈ SCHUEN DANIEL HEIDE  "SCHUMANN · WOLF · MARTIN Lieder"

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LIEDER

ANDRÈ SCHUEN, BARITONE
DANIEL HEIDE, PIANO


ROBERT SCHUMANN (1810 – 1856)

Liederkreis, Op. 24 (Heinrich Heine)
1 Morgens steh’ ich auf und frage 01:08

Morgens steh’ ich auf und frage:
Kommt feins Liebchen heut?
Abends sink’ ich hin und klage:
Aus blieb sie auch heut.
In der Nacht mit meinem Kummer
Lieg’ ich schlaflos, wach;
Träumend, wie im halben Schlummer,
Träumend wandle ich bei Tag.

2 Es treibt mich hin 01:19

Es treibt mich hin, es treibt mich her!
Noch wenige Stunden, dann soll ich sie schauen,
Sie selber, die schönste der schönen Jungfrauen; -
Du armes Herz, was pochst du so schwer!
Die Stunden sind aber ein faules Volk!
Schleppen sich behaglich träge,
Schleichen gähnend ihre Wege; -
Tummle dich, du faules Volk!
Tobende Eile mich treibend erfaßt!
Aber wohl niemals liebten die Horen; -
Heimlich im grausamen Bunde verschworen,
Spotten sie tückisch der Liebenden Hast.

3 Ich wandelte unter den Bäumen 03:52

Ich wandelte unter den Bäumen
Mit meinem Gram allein;
Da kam das alte Träumen
Und schlich mir ins Herz hinein.
Wer hat euch dies Wörtlein gelehret,
Ihr Vöglein in luftiger Höh’?
Schweigt still! wenn mein Herz es höret,
Dann tut es noch einmal so weh.
„Es kam ein Jungfräulein gegangen,
Die sang es immerfort,
Da haben wir Vöglein gefangen
Das hübsche, goldne Wort.”
Das sollt ihr mir nicht mehr erzählen,
Ihr Vöglein wunderschlau;
Ihr wollt meinem Kummer mir stehlen,
Ich aber niemandem trau’.

4 Lieb’ Liebchen 00:52

Lieb’ Liebchen, leg’s Händchen aufs Herze mein; -
Ach, hörst du, wie’s pochet im Kämmerlein?
Da hauset ein Zimmermann schlimm und arg,
Der zimmert mir einen Totensarg.
Es hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht;
Es hat mich schon längst um den Schlaf gebracht.
Ach! sputet euch, Meister Zimmermann,
Damit ich balde schlafen kann.

5 Schöne Wiege meiner Leiden 04:22

Schöne Wiege meiner Leiden,
Schönes Grabmal meiner Ruh’,
Schöne Stadt, wir müssen scheiden, -
Lebe wohl! ruf’ ich dir zu.
Lebe wohl, du heil’ge Schwelle,
Wo da wandelt Liebchen traut;
Lebe wohl! du heil’ge Stelle,
Wo ich sie zuerst geschaut.
Hätt’ ich dich doch nie geseh’n,
Schöne Herzenskönigin!
Nimmer wär’ es dann geschehen,
Daß ich jetzt so elend bin.
Nie wollt’ ich dein Herze rühren,
Liebe hab’ ich nie erfleht;
Nur ein stilles Leben führen
Wollt’ ich, wo dein Odem weht.
Doch du drängst mich selbst von hinnen,
Bittre Worte spricht dein Mund;
Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,
Und mein Herz ist krank und wund.
Und die Glieder matt und träge
Schlepp’ ich fort am Wanderstab,
Bis mein müdes Haupt ich lege
Ferne in ein kühles Grab.

6 Warte, warte, wilder Schiffmann 01:55

Warte, warte, wilder Schiffsmann,
Gleich folg’ ich zum Hafen dir;
Von zwei Jungfraun nehm’ ich Abschied,
Von Europa und von Ihr.
Blutquell, rinn’ aus meinen Augen,
Blutquell, brich aus meinem Leib,
Daß ich mit dem heißen Blute
Meine Schmerzen niederschreib’.
Ei, mein Lieb, warum just heute
Schauderst du, mein Blut zu sehn?
Sahst mich bleich und herzeblutend
Lange Jahre vor dir steh’n!
Kennst du noch das alte Liedchen
Von der Schlang’ im Paradies,
Die durch schlimme Apfelgabe
Unsern Ahn ins Elend stieß.
Alles Unheil brachten Äpfel!
Eva bracht’ damit den Tod,
Eris brachte Trojas Flammen,
Du brachst’st beides, Flamm’ und Tod.

7 Berg’ und Burgen schaun herunter 03:25

Berg’ und Burgen schaun herunter
In den spiegelhellen Rhein,
Und mein Schiffchen segelt munter,
Rings umglänzt von Sonnenschein.
Ruhig seh’ ich zu dem Spiele
Goldner Wellen, kraus bewegt;
Still erwachen die Gefühle,
Die ich tief im Busen hegt’.
Freundlich grüssend und verheißend
Lockt hinab des Stromes Pracht;
Doch ich kenn’ ihn, oben gleißend,
Birgt sein Innres Tod und Nacht.
Oben Lust, im Busen Tücken,
Strom, du bist der Liebsten Bild!
Die kann auch so freundlich nicken,
Lächelt auch so fromm und mild.

8 Anfangs wollt’ ich fast verzagen 00:54

Anfangs wollt’ ich fast verzagen,
Und ich glaubt’, ich trüg’ es nie;
Und ich hab’ es doch getragen -
Aber fragt mich nur nicht, wie?

9 Mit Myrten und Rosen, lieblich und hold 04:19

Mit Myrten und Rosen, lieblich und hold,
Mit duft’gen Zypressen und Flittergold,
Möcht’ ich zieren dieß Buch wie ‘nen Totenschrein,
Und sargen meine Lieder hinein.
O könnt’ ich die Liebe sargen hinzu!
Auf dem Grabe der Liebe wächst Blümlein der Ruh’,
Da blüht es hervor, da pflückt man es ab, -
Doch mir blüht’s nur, wenn ich selber im Grab.
Hier sind nun die Lieder, die einst so wild,
Wie ein Lavastrom, der dem Ätna entquillt,
Hervorgestürtzt aus dem tiefsten Gemüt,
Und rings viel blitzende Funken versprüht!
Nun liegen sie stumm und totengleich,
Nun starren sie kalt und nebelbleich,
Doch aufs neu die alte Glut sie belebt,
Wenn der Liebe Geist einst über sie schwebt.
Und es wird mir im Herzen viel Ahnung laut:
Der Liebe Geist einst über sie taut;
Einst kommt dies Buch in deine Hand,
Du süßes Lieb im fernen Land.
Dann löst sich des Liedes Zauberbann,
Die blaßen Buchstaben schaun dich an,
Sie schauen dir flehend ins schöne Aug’,
Und flüstern mit Wehmut und Liebeshauch.

10 Lehn’ deine Wang’ an meine Wang, Op. 142 No. 2 (Heinrich Heine) 00:45

Lehn’ deine Wang’ an meine Wang’,
Dann fließen die Thränen zusammen;
Und an mein Herz drück’ fest dein Herz,
Dann schlagen zusammen die Flammen!

Und wenn in die große Flamme fließt
Der Strom von unsern Thränen,
Und wenn dich mein Arm gewaltig umschließt –
Sterb’ ich vor Liebessehnen!

11 Dein Angesicht, Op. 127 No. 2 (Heinrich Heine) 02:29

Dein Angesicht so lieb und schön,
Das hab ich jüngst im Traum gesehn,
Es ist so mild und engelgleich,
Und doch so bleich, so schmerzenbleich.
Und nur die Lippen, die sind rot;
Bald aber küßt sie bleich der Tod.
Erlöschen wird das Himmelslicht,
Das aus den frommen Augen bricht.

12 Mein Wagen rollet langsam, Op. 142 No. 4 (Heinrich Heine) 03:14

Mein Wagen rollet langsam
Durch lustiges Waldesgrün,
Durch blumige Täler, die zaubrisch
Im Sonnenglanze blühn.
Ich sitze und sinne und träume,
Und denk an die Liebste mein;
Da grüßen drei Schattengestalten
Kopfnickend zum Wagen herein.

Sie hüpfen und schneiden Gesichter,
So spöttisch und doch so scheu,
Und quirlen wie Nebel zusammen,
Und kichern und huschen vorbei.


13 Tragödie I, Entflieh‘ mit mir, Op. 64 No. 3a (Heinrich Heine) 01:32

Entflieh mit mir und sey mein Weib,
Und ruh an meinem Herzen aus;
Fern in der Fremde sey mein Herz
Dein Vaterland und Vaterhaus.

Gehst du nicht mit, so sterb’ ich hier
Und du bist einsam und allein;
Und bleibst du auch im Vaterhaus,
Wirst doch wie in der Fremde seyn.

14 Tragödie II, Es fiel ein Reif, Op. 64 No. 3b (Heinrich Heine) 02:58

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht,
Er fiel auf die zarten Blaublümelein,
Sie sind verwelket, verdorret.

Ein Jüngling hatte ein Mädchen lieb,
Sie flohen heimlich von Hause fort,
Es wußt’ weder Vater noch Mutter.

Sie sind gewandert hin und her,
Sie haben gehabt weder Glück noch Stern,
Sie sind verdorben, gestorben.

15 Du bist wie eine Blume, Op. 25 No. 24 (Heinrich Heine) 02:09

Du bist wie eine Blume,
So hold und schön und rein;
Ich schau’ dich an, und Wehmuth
Schleicht mir in’s Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
Auf’s Haupt dir legen sollt’,
Betend, daß Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

HUGO WOLF (1860 – 1903)

Harfenspieler (Johann Wolfgang von Goethe)

16 No. I, Wer sich der Einsamkeit ergibt 04:28

Wer sich der Einsamkeit ergibt,
Ach! der ist bald allein;
Ein jeder lebt, ein jeder liebt
Und läßt ihn seiner Pein.
Ja! laßt mich meiner Qual!
Und kann ich nur einmal
Recht einsam sein,
Dann bin ich nicht allein.
Es schleicht ein Liebender lauschend sacht,
Ob seine Freundin allein?
So überschleicht bei Tag und Nacht
Mich Einsamen die Pein.
Mich Einsamen die Qual.
Ach, werd ich erst einmal
Einsam im Grabe sein,
Da läßt sie mich allein!

17 No. II, An die Türen will ich schleichen 03:04

An die Türen will ich schleichen,
Still und sittsam will ich stehn;
Fromme Hand wird Nahrung reichen,
Und ich werde weitergehn.
Jeder wird sich glücklich scheinen,
Wenn mein Bild vor ihm erscheint;
Eine Träne wird er weinen,
Und ich weiß nicht, was er weint.

18 No. III, Wer nie sein Brot mit Tränen aß 02:46

Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.
Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr laßt den Armen schuldig werden,
Dann überlaßt ihr ihn der Pein:
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

FRANK MARTIN (1890 – 1974)

Sechs Monologe aus „Jedermann“ (Hugo von Hofmannsthal)

19 No. I, Ist alles zu End das Freudenmahl 04:23


20 No. II, Ach Gott, wie graust mir vor dem Tod 03:52
21 No. III, ist als wenn eins gerufen hätt‘ 02:53
22 No. IV, so wollt‘ ich ganz vernichtet sein 02:27
23 No. V, Ja! Ich glaub: Solches hat er vollbracht 02:53
24 No. VI, O ewiger Gott! O göttliches Gesicht! 04:33
Total Time 69:27
ANDRÈ SCHUEN, Baritone
DANIEL HEIDE, PIANO

Recording: XII 2014
Recording location: Villa Musica Rheinland-Pfalz in Schloss Engers, Dianasaal
Recording Producer & Editing & Mastering: Christoph Martin Frommen www.aeolus-music.com

(p) + © 2015 Avi-Service for music, Cologne / Germany
Cat. No. 4260085533305 . Made in Germany . GEMA . LC 15080

Design: www.babelgum.de
Translation of liner notes: Stanley Hanks
Photography: Marion Koell www.marionkoell.de
Piano Technician: Michael Salmon www.pianoservice-salmon.de

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